Das ist alles Windhauch
Der Familienmessenchor mit kleinem Orchester gestaltete den musikalischen Teil des Gottesdienstes und unser Pastoralassistent Geri Braunsteiner den kindergerechten Teil.
Dazu hatte er zwei Schatzkisten mitgebracht. In der einen waren die Schätze der Welt, wie Geld, eine schöne Wohnung, ein schnelles Auto, in der anderen Schätze des Himmels wie Zufriedenheit, Glück - Schätze, die einen unermesslichen Wert haben, aber nichts kosten.
In der Lesung hörten wir die bemerkenswerten Texte von Kohelet über den "Windhauch", der oft in unserem Leben weht, und das Evangelium mit dem Gleichnis vom sehr bemühten und auch erfolgreichen Menschen, der vieles erreicht und in der Welt angesammelt hat. Und Gott sagt dann "Du Narr" zu ihm und zu uns, wenn wir vor ihm stehen und draufkommen, dass wir nichts davon mitnehmen können. Darum lohnt es sich durchaus auch, ein paar Schätze für den Himmel zu sammeln. Die Kinder werden das wohl verstanden haben. Für uns Erwachsene ist es wohl ein wenig schwieriger...
Zu den Fürbitten konnten die Kirchenbesucherinnen und -besucher in einer Schale Weihrauch "opfern", der ihre Bitten und ihren Dank hinauf in den Himmel trug. Ganz erstaunlich viele nützten diese Möglichkeit, zu bitten oder zu danken.
In der Folge gibt es hier noch ein paar Bilder: Ein Schatzkistenbild mit Geri, die Pfarrgemeinderätin und unermüdliche Leiterin des jahrein-jahraus Familienmessenensembles Erika Trabauer, die heute auch die Lesung sprach, und ein sehr weltliches Foto vom komplizierten Zusammenlegungsvorgang des Gestelles der Leinwand, auf die bei den Familienmessen die Gebets- und Liedtexte groß projiziert werden.
Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 12,13-21.
In jener Zeit bat einer aus der Volksmenge Jesus: Meister, sag meinem Bruder, er soll das Erbe mit mir teilen! Er erwiderte ihm: Mensch, wer hat mich zum Richter oder Erbteiler bei euch eingesetzt? Dann sagte er zu den Leuten: Gebt Acht, hütet euch vor jeder Art von Habgier! Denn das Leben eines Menschen besteht nicht darin, dass einer im Überfluss seines Besitzes lebt.
Und er erzählte ihnen folgendes Gleichnis: Auf den Feldern eines reichen Mannes stand eine gute Ernte. Da überlegte er bei sich selbst: Was soll ich tun? Ich habe keinen Platz, wo ich meine Ernte unterbringen könnte.
Schließlich sagte er: So will ich es machen: Ich werde meine Scheunen abreißen und größere bauen;
dort werde ich mein ganzes Getreide und meine Vorräte unterbringen. Dann werde ich zu meiner Seele sagen: Seele, nun hast du einen großen Vorrat, der für viele Jahre reicht. Ruh dich aus, iss und trink und freue dich!
Da sprach Gott zu ihm: Du Narr! Noch in dieser Nacht wird man dein Leben von dir zurückfordern. Wem wird dann das gehören, was du angehäuft hast? So geht es einem, der nur für sich selbst Schätze sammelt, aber bei Gott nicht reich ist.
Und weil die heutige Lesung gar so schön und poetisch ist hier auch dieser kurze Text:
Lesung aus dem Buch Kohelet 1,2.2,21-23.
Windhauch, Windhauch, sagte Kohelet, Windhauch, Windhauch, das ist alles Windhauch.
Denn es kommt vor, dass ein Mensch, dessen Besitz durch Wissen, Können und Erfolg erworben wurde, ihn einem andern, der sich nicht dafür angestrengt hat, als dessen Anteil überlassen muss. Auch das ist Windhauch und etwas Schlimmes, das häufig vorkommt. Was erhält der Mensch dann durch seinen ganzen Besitz und durch das Gespinst seines Geistes, für die er sich unter der Sonne anstrengt?
Alle Tage besteht sein Geschäft nur aus Sorge und Ärger und selbst in der Nacht kommt sein Geist nicht zur Ruhe. Auch das ist Windhauch.